Informieren Sie sich über die Entwicklungsgeschichte dieses Ritterguts! Der Name Zschorna kommt vermutlich vom sorbischen Wort Czerny oder Czorny und bedeutet „schwarz“, was vielleicht auf seine Lage inmitten finsterer Waldungen zurückzuführen ist.
| 1488 | Hugolt von Schleinitz kaufte das Gut Zschorna, zahlte die dort wohnenden Bauern aus, brach die Gebäude ab und errichtete ein Vorwerk. |
| 1537 | Christoph von Petzschwitz errichtete auf Resten der ehemaligen Wasserburg das Wohnschloss im Renaissancestil über rechteckigem Grundriss |
| 1603 | Gut Zschorna wurde unter Siegfried von Lüttichau schriftsässig. Später war das Gut wegen des „abgebrannten großen Herrenhauses, der schlechten Gebäude und des sehr geschwächten Inventars in geringem Zustand“. |
| 1671 | durch Eheschließung und Erbfolge an Familie von Beichlingen |
| 1703 | Wolf
Dietrich von Beichlingen, wirklicher Geheimer Rat für Finanzen und ab 1700 Großkanzler August des Starken wurde 1701 in den Reichsgrafenstand erhoben. Durch Neuaufbau bzw. Reparatur des Wohnhauses und aller anderen Lustgebäude sowie Befestigung der Teiche kam es 1703 zur Wertsteigerung des Anwesens. Auf der Höhe seiner Macht wurde von Beichlingen 1703 des Münzverbrechens beschuldigt, gestürzt und verbüßte sechs Jahre Festungshaft auf Königstein. Ab 1709 lebte er aus der Politik zurückgezogen, aber dennoch in gesellschaftlichem Kreise auf seinem Gut Zschorna. Er hatte die Erlaubnis, in einem bequemen Gemache im Schloss Zschorna Gottesdienst zu feiern. Von Beichlingen beschäftigte sich mit dem Aufbau einer umfangreichen Bibliothek und sammelte allerlei Raritäten und Kuriositäten. Nach dem Tod der Witwe des Grafen von Beichlingen kam das Rittergut durch Erbfolge an die Familie von der Sahla |
| 1764 | Verkauf an Familie von Erdmannsdorf. Das Gut diente nicht als Wohnsitz, es wurde verpachtet. |
| 1837 | Im Herrenhaus war nur das unterste erste Stockwerk und vom zweiten nur zwei Zimmer und eine Kammer wohnlich nutzbar. Die anderen Räume im 2. und 3. Stock sowie im Keller waren mit Ausnahme eines einzigen durch angebrachte Schuttbretter und fehlende Fenster als auch Rauchfänge nicht bewohnbar, sondern dienten zum Getreideausschütten. |
| 1848 | Verkauf an Baron von Sprenger |
| 1852 | Verkauf an Friedrich August von Boxberg (gest. 1871) |
| 1853 | Umbau- und Renovierungsarbeiten am Schloss durch Oberlandbaumeister Karl Moritz Hänel aus Dresden. In diesem Zusammenhang kam es zur Ergänzung eines dreigeschossigen Seitenflügels im Nordwesten. Vermutlich wurde auch der Turm im Südosten neu oder wieder errichtet. Der Kupferstich eines unbekannten Künstlers zeigt das Schloss nach diesem Umbau mit Nordwestflügel, Turm, Wallgraben, hölzerner und steinerner Bogenbrücke und einem kleinen hölzernen Gartenhaus. An der Stelle des Gartenhäuschens entwarf angeblich Architekt Bernhard Schreiber aus Dresden den Salonanbau am Nordwestflügel. Sowohl dieser Salonanbau, als auch der Ziergiebel im Stil der Neorenaissance kamen erst später, jedoch vor 1871 zur Ausführung. |
| 1871 | Das Nachlassverzeichnis des Friedrich August von Boxberg macht Angaben zu Räumen und Mobilar im Schloss: Wohnstube, Kabinett, Bibliothekszimmer, Esszimmer, Jagdsaal mit Vorzimmer, Gästezimmer mit neun Bettstellen; vier Sofas, kleines Buffet, sieben Roccocco-Kommoden, großer Kleiderschrank aus Nussbaum, ein Spieltisch, eine Pfeifenstellage, eine Gewehrstellage, ein Bücherschrank, drei Kronleuchter von Hirschgeweihen, zwei Schränke mit Mineralien und Merkwürdigkeiten, 34 ausgestopfte Vögel, zahlreiche Geweihe und ausgestopfte Tiere |
| 1883 | Bau einer Villa im Schlosspark im Auftrag der Witwe Oswine von Boxberg. Die Villa mit fünf Zimmern im Parterre und ebenso vielen Räumen im ersten Stock. wurde 1910 durch einen Brand zerstört. |
| um 1900 | Ulrich von Boxberg (1850-1905) begründete eine mustergültige Pferdezucht auf dem Gut |
| 1909 | Unter der Leitung von Hofbaurat Gustav Frölich aus Dresden wurden verschiedene Räume im Schloss ausgebaut und modernisiert. |
| 1936 | Zwangsverkauf
des Ritterguts Zschorna an Fürst von Stollberg. Das Schloss befand sich
in wirtschaftlich gutem Bauzustand mit hohem Annehmlichkeitswert. Die NSDAP richtete für die SA ein Bannlager und später eine Maidenführerschule des Reichsarbeitsdienstes und ein Arbeitslager für Maiden ein. |
| 1945 | Nach Kriegsende richtete sich die sowjetische Kommandantur im Schloss ein. |
| 1947/49 | Das Schloss wurde als Erholungsheim der FDJ bzw. als Landespionierleiterschule genutzt. |
| 1975 | Umbauarbeiten im Inneren des Schlosses |
| 1990 | Nach der Wende gab es zwar viele Ideen für neue Nutzungsformen, jedoch steht das historische Gebäude nun schon 15 Jahre leer. |








